Kolibri
geb. 1979
(Kobold I / Lorelei von Lapis-Doboj)
Der Hengst Kolibri wurde am 23. März 1979 in der LPG „Rotes Banner“ in Trinwillershagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) geboren und im Gestüt Ganschow aufgezogen. Kolibri entstammte der berühmten King-Linie, die 1889 in Celle auf der Landgestütsstation Otersen durch den Vollbluthengst Kingdom xx begründet wurde. Seine Abstammung führt über Kobold I und die Stute Lorelei von Lapis-Doboj, wodurch er die Tradition hochgezüchteter Mecklenburger Springblutlinien vereint.
Kolibri absolvierte seine Hengstleistungsprüfung in Neustadt/Dosse mit hervorragenden 94,85 von 100 Punkten und wurde 1982 Erster Reservesieger. Lediglich seine horizontale Kruppe wurde von den Richtern beanstandet – ansonsten überzeugten Temperament, Bewegung und Rittigkeit.
Die King-Linie, aus der Kolibri stammt, war in den 1950er Jahren fast ausgestorben und konnte nur über den Hengst Körling und seinen Sohn Komet erhalten werden. Diese sorgfältige Zuchtarbeit machte Kolibri möglich und sicherte die Weitergabe seiner herausragenden Eigenschaften.
Infolge seiner früh sichtbaren Qualitäten kam es zu einem zähen Ringen zwischen dem Mecklenburger und dem Brandenburger Zuchtverband. Kolibri verblieb schließlich in Brandenburg, wo er über 22 Jahre insgesamt 2.438 Stuten deckte und rund 1.800 Nachkommen hinterließ, die überwiegend in Brandenburg eingesetzt wurden. Seine Nachkommen erzielten weit über eine Million Euro an Preisgeld und prägten die regionale Zucht maßgeblich.
Kolibri wurde 1997 zum „Pferd des Ostens“ gewählt und gilt als einer der einflussreichsten Hengste der Mecklenburger Zuchtgeschichte. Er starb am 29. November 2004 im Alter von 25 Jahren an einer Kolik. Das brandenburgische Haupt- und Landesgestüt ehrte ihn mit einem Denkmal.
Sein letzter lebender gekörter Sohn ist der in Beuster (Sachsen-Anhalt) deckende Schimmelhengst Kaiserwind. Kolibri bleibt als Hengst von herausragender Qualität und als prägender Vererber der King-Linie unvergessen.